Sonntag, 17. Juli 2011

Adiós Bolivia!

Hey,
dies ist wohl mein letzter Eintrag aus Bolivien, eine letzte Woche bleibt mir noch. Nächsten Sonntag, den 24 geht mittags mein Flug und am 26 komme ich mittags in Frankfurt an. Das Jahr ging einfach so unglaublich schnell vorbei. So sehr ich mich jetzt auch auf Familie & Freunde in Deutschland freue, genauso sehr werde ich Bolivien, vor allem die Kinder hier in der Aldea, vermissen.
Naja... zunächst einmal zu den letzten Wochen. Die letzten drei Wochen waren hier Winterferien, weshalb Julian & Ich für die Freizeitgestaltung der Kinder zuständig waren. Viele der Kinder haben in den Ferien die Aldea zu verlassen und die Ferien mit Verwandten außerhalb verbracht. Insgesamt waren so nur noch um die 60 Kinder hier, weshalb man sich mehr um die einzelnen Kinder kümmern konnte. Wir haben viel mit den Kindern gespielt und auch der ein oder andere Ausflug z.B. zum Musem oder Park stand an. So konnte man die letzte Zeit nochmal richtig intensiv mit den Kindern genießen. Jetzt heißt es aber langsam Abschied nehmen. Am Samstag findet unsere Abschiedsfeier statt, dafür sponsorn Julian & Ich das Essen, Spaghetti mit Bolognese für alle :D Außerdem merkt man wirklich das Winter ist, seit ein paar Wochen schleppe ich schon eine Erkältung mit mir rum und laufe bei "kalten" 20-25°C mit dicken Sachen und Schal rum. Daher bin ich auch froh im deutschen Sommer wieder zu kommen, damit der Einstieg ins deutsche Klima zumindestens halbwegs funktioniert ;)
Im nachhinein frage ich mich wirklich, wo das Jahr geblieben ist - die Zeit verging einfach so unglaublich schnell, Ankommen - Einleben - Arbeiten - Schlüsselbeinbruch - Urlaub - Zwischenseminar - Winterferien - Abschied.
Was ich vermissen werde in Bolivien ? Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Mir würd es zum Beispiel fehlen sich mit 10 Leuten in ein kleines Kollektivtaxi zu quetschen. Genauso wie für 3€ Essen und ein Bier in einem richtig gutem Restaurant zu kriegen oder in einem der Cafés einen Kaffee mit Freunden trinken. Auch einfach mal einen Nachmittag an einem der vielen Plazas zu verbringen wird mir fehlen genauso wie die vielen ganzen kleinen "Tiendas"(Geschäfte), die es an jeder Ecke gibt. Der Verkehr wird mir auch fehlen, einfach mal über eine Rote Ampel zu fahren und jeder fährt wie er will(die Punkte in Flensburg gibts bestimmt schnell :D). Selbst die Cancha(der riesige Markt), wo man einfach alles kriegt und auch die Videopiraterie wird mir fehlen. Vermissen werde ich auch wirklich das Klima, man hat einfach bessere Laune, wenn man aufsteht die Sonne scheint und es schon 20°C sind. Die verrückte Art der Bolivianer wird mir auch fehlen, die zum einem die vielen Feste ganz ausgelassen feiern oder einfach mal wieder die ganze Stadt abriegeln, weil ihnen irgendwas nicht passt. Auch die Arbeitsausflüge (wie die Hausbesuche der Kinder im Dschungel) werden mir sehr fehlen. Oder einfach mit dem Hausmeister durch die Stadt zu fahren und typisch bolivianische Musik auf voller Lautstärke zu hören. Dies sind nur ein paar von vielen Sachen. Ein paar Sachen werde ich aber auch nicht vermissen, wie monatliche Magenprobleme(zugegebenermaßen auch etwas selbstverschuldet!), die Armut oder die Schicksale einiger Kinder.
Was mich aber vor allem traurig macht ist, dass ich viele der Kinder vermutlich nie wieder sehen werde und grade zu den Kindern die jetzt hier in den Ferien waren, habe ich teilweise ein sehr gutes und tiefes Verhältnis. Die ganze Aldea mit all ihren Angestellten und all den Kindern wird und fehlt mir jetzt schon am Meisten. Hier habe ich einfach die schönste Zeit in Bolivien gehabt!

Allerdings ist das Jahr jetzt nunmal auch vorbei und es heißt nach vorne gucken. Wie es mit mir jetzt weiter gehen wird ? So wie es aussieht werde ich im Oktober mit meinem Studium der Geographie in Aachen oder Münster beginnen und dann mal schauen. Eins steht für mich aber auf jeden fall fest, ich werde wieder nah Bolivien kommen!

Vielen Dank bei allen die meinen Blog verfolgt und eifrig gelesen haben oder sich zumindestens die Bilder angeguckt haben ;D
Zum Schluss möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die mich während diesem Jahr, sei es vor Ort in Bolivien oder aus Deutschland unterstützt und geholfen haben! Ohne die viele Hilfe und Unterstützung wäre dieses Jahr in der Form wohl gar nicht möglich gewesen.
An alle in Bolivien, macht's gut, aber ich komme wieder!

Hier sind noch ein paar Bilder der letzten Wochen:

Eine Gruppe von Mädchen.



Ausblick über Villa Tunari.



Präsident Evo Morales. Zufällig getroffen bei einem Ausflug nach Villa Tunari.



Polizistem mit dicken Knarren - typisch Bolivien.



Plaza Colon in Cochabamba.



Auslug ins Kino mit den großen Mädchen.



Ameisenstraße von Monsterameisen im Dschungel.



Ich beim "abhängen" im Dschungel.



Dschungel.



Mädchengruppe mit Julian und Mir.



Typische Reiseform in Bolivien.



Kinder bei einer Informationsveranstaltung vom Zahnarzt.



Koka beim Trocknen in Villa Tunari.



Früchtemarkt.





Adiós!

Sonntag, 15. Mai 2011

Ein paar Bilder...

Hey,
hier kommen mal wieder ein paar Bilder. Diese sind zum einem vom Ausflug ins Schwimmbad mit allen Kindern aus dem Heim und zum anderem nach Incallata, eine Incastadt in der Nähe von Cochabamba (dort sind wir mit unserer Cheffin, ihren Kindern und noch anderen Mitarbeitern aus dem Heim hingefahren, dass war unser Weihnachtsgeschenk!)

Mit sieben Micros (Bus) ging es morgens los.



Das Gelände.



Auch Fußball konnte man spielen.



Hat allen viel Spaß gemacht.









Hier werfen wir grade Edwin ins Wasser.



Kalt ?



Zum Mittagessen gab es lecker Burger.



Scheint zu schmecken ;-)



Einmal Gruppenbild.



Die Großen kümmern sich um die Kleinen.



Hinfahrt hinten auf dem Pickup.



Incaruinen.



Julian & Ich



Wasserfall zur Abkühlung.



Am Ende haben wir dann noch lecker gegrillt. Ein sehr cooler und entspannter Ausflug!



Waren beides sehr schöne Ausflüge. Die Amöben vom Salar sind übrigens auch wieder weg ;-)
Ansonsten brechen hier jetzt meine letzten zehn Wochen an. Zum einem freue ich mich in Deutschland Freunde & Familie wieder zu sehen, zum anderem werde ich es hier auch wirklich vermissen. Aber zehn Wochen habe ich ja noch! Meine Arbeit hat sich hier auch ein bißchen verändert und zwar werde ich ab morgen die Bäder von den Häusern hier streichen und nachmittags ist weiterhin Hausaufgabenbetreuung. Wobei wir diese jetzt verändert haben und hauptsächlich Mathe und Englisch machen, mit denjenigen die es am nötigsten haben.
Bis dann!

Donnerstag, 28. April 2011

Salar de Uyuni

Über Ostern war hier mal wieder ein verlängertes Wochenende, welches für einen kurzen Urlaub genutzt wurde. Das Reiseziel hieß Salar de Uyuni (die größte Salzwüste der Welt). Zunächst fuhren wir (Julian, Maria und Ich) mit dem Bus nach Oruro, von wo es dann mit dem Zug weiter in Richtung Uyuni ging. Nach zwölf Stunden Fahrt sind wir dann auch gut angekommen und wurden erstmal von der Kälte überrascht. Uyuni liegt im Hochland auf ungefähr 4.000m und somit lag die Temperatur um den Gefrierpunkt. Zwölf Stunden vorher waren es noch ungefähr 30°C mehr, naja Bolivien ist halt vielfältig. Am nächsten Tag buchten wir auch direkt morgens schon unsere Tour, welche dann auch zwei Stunden später losging. Unsere Gruppe bestand noch aus drei anderen Mitreisenden und dem Guide, der auch gleichzeitig Fahrer unseres Jeeps war. Zunächst fuhren wir in ein Dorf in der Nähe von Uyuni, von dort aus fuhren wir dann zu einem Zugfriedhof, wo all die alten bolivianischen Züge gelagert werden (bis zu 150 Jahre).

Alte Lokomotive.

Maria, Julian & Ich an den alten Schienen.

Danach ging es dann zum Salar de Uyuni. Naja, was soll man sagen, der Salar ist einfach gigantisch. Über mehr als hundert Kilometer ist es einfach nur weiß, überall ist nur Salz. Die Reflektion durch die Sonne ist so extrem, dass man es ohne Sonnenbrille gar nicht betrachten könnte. Im Salar hielten wir uns dann jedenfalls ein paar Stunden auf und haben ein Hotel besichtigt, wo alles nur aus Salz besteht – Tische, Betten etc.

Im Salar.

Der Salar-Tanz.

Kleiner Kampf.

Alles nur weiß.s

Bock - gutes bolivianisches Bier.


Wuahhh Wuaahh Wuaaaah.

Gegen Nachmittag verließen wir den Salar dann wieder und es ging in ein rund 160 Km entfernte Dorf.

Der Dino wurde später dann als Kühlerfigur montiert.

Die Strecke verlief hierbei mitten durch die Wüste. Abends angekommen gab es dann erstmal leckeres Lamafleisch.

Ein paar Lamas. Die sind echt süß, zu ihrem Pech schmecken sie aber auch wirklich gut.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Wir fuhren den ganzen Tag eigentlich durch die Wüste und hielten an mehreren Lagunen und Felsvorkommen an, die einfach richtig spektakulär sind.

Ich an den Felsen.

Unsere Gruppe an einer Schlucht.

Die Lagunen waren einfach sehr schön, da das Wasser ziemlich klar war und die Berge sich im Hintergrund fast eins zu eins gespiegelt haben. Zusätzlich waren auch noch sehr viele Flamingos in den Lagunen.

La Laguna "Colorado" mit Flamingos.

Arbol de Piedra. (Steinbaum)

Zwischendurch waren wir auch an ein paar Geysiren.

Die Geysire, hat auch ziemlich gestunken.

Am Abend waren wir dann noch bei warmen Quellen, wo wir auch schwimmen waren. War schon ziemlich entspannt auf 4.500 Metern, mit den Bergen im Hintergrund in einer 40°C warmen Quelle zu schwimmen.

Ein entspanntes Bad in den warmen Quellen.

Leider mussten wir da auch irgendwann wieder weg, auch wenn Ich da noch die ganze Nacht hätte bleiben können. Später haben wir dann den Abend bei einem Bier ausklingen lassen und uns den Sternenhimmel angeguckt, der auf 4.800 Metern doch deutlich anders aussieht als in Deutschland.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder früh weiter. Hierbei fuhren wir auch den Großteil des Tages durch die Wüste und hielten an einigen Lagunen.

Riesige Berge mitten in der Wüste.

Wir haben auch viele Tiere wie z.B. Lamas, Alpacas, Vicunas oder Nandus gesehen.

Irgendein Nagetier.

Vorsicht Lama!

Abends sind wir dann wieder in Uyuni angekommen und waren ziemlich platt von der langen und wunderschönen Reise.

Unsere Gruppe + Guide.

Ein kleines Mitbringsel hatte ich dann sogar auch noch. So habe ich mir bei dem Trip (vermutlich wegen dreckigem Wasser) Amöben eingefangen und liege im Moment flach.